Chile – ein Land der Gegensätze

Bettina Giese  
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18 Flugstunden von Deutschland entfernt liegt das schmalste Land der Welt mit seiner Hauptstadt Santiago de Chile. Sie liegt im Landesinneren und ist ab Deutschland mit der Lan Chile und der Iberia – jeweils mit Zwischenlandung in Madrid – oder der Air France mit Umstieg in Paris zu erreichen.

Die Stadt bietet für Shopper, Kulturinteressierte und Nachtmenschen alles, was das Herz begehrt. Auch als Standort für Ausflüge in die nähere Umgebung, z. B. in die alte Hafenstadt Valparaiso oder dem autofreien Badeort Isla Negra, bietet sich Santiago an. Valparaiso hat nach der Eröffnung des Panama-Kanals, welcher der Schifffahrt den Umweg um Kap Horn ersparte, etwas an Glanz verloren, wird aber zur Zeit wieder aufgehübscht. Die Stadt ist an Hügeln gebaut und verfügt über Seilbahnen – für Lauffaule – und steile Straßen, die an San Francisco erinnern. Der Pazifik ist dort, wie in Isla Negra zur Frühlingszeit, sehr rau.

Vielfältige Atacama Wüste

Zwei Flugstunden nördlich von Santiago de Chile präsentiert sich das Land von einer vollkommen anderen Seite. Denn hier liegt die Atacama Wüste mit ihren Geysiren, Salzseen, vielfältiger Flora und Fauna und viel Einsamkeit. Sie grenzt im Osten an Bolivien und Argentinien und ist der trockenste Teil Chiles. Der Flughafen ist Calama.

Für Aktivitäten im Freien empfiehlt es sich, Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor (>LSF30) aufzutragen, eine Kopfbedeckung gegen die sengende Sonne aufzusetzen und immer ausreichend Flüssigkeit mit und zu sich zu nehmen. Auch sollte man der Haut reichlich Feuchtigkeit zuführen, da sowohl Sonne als auch Sand und Salz die Haut austrocknen.

Als Standort für Ausflüge bietet sich der kleine Ort San Pedro de Atacama an, von wo aus alle Ausflugsziele nach etwa 1 ½-2 Stunden Busfahrt zu erreichen sind. Als Unterkunft ist das Hotel Alto Atacama wärmstens zu empfehlen. Es liegt zwar sehr abseits der Strecke, dafür aber auch sehr idyllisch, eingeschlossen von roten Hügeln, die den Sonnenuntergang noch faszinierender machen. In der Nähe befindet sich eine Plattform mit einem Teleskop. Allein mit bloßem Auge bietet sich des Nachts ein Sternenhimmel, der mit nichts zu vergleichen und nicht zu beschreiben ist. Auch die einzelnen Sternbilder sind klar und deutlich zu erkennen, sogar ohne Teleskop.

San Pedro de Atacama hat viele Geschäfte, Restaurants, einen schönen Dorfplatz sowie eine Marktpassage, in der die örtlichen Händler ihre Schals, Tücher, Mützen und kleine Kunstwerke zum Verkauf anbieten.

Eines der zahlreichen Ausflugsziele ist die azurblaue Lagune „Laguna Miscanti“, deren Farbenspiel bei schneebedeckten Bergen und strahlendblauem Himmel auf 4200 m Höhe einfach gigantisch ist. Auch die Umgebung wirkt fast wie gemalt.

Die Atacama Wüste präsentiert sich in vielen landschaftlichen Facetten, z. B. gibt es neben der tiefblauen Lagune auch noch den Salzsee „Salar de Atacama“. Hier haben Flamingos ihr Heim gefunden und zu bestimmten Jahreszeiten ist die weiße Salzfläche einfach nur noch rosa. Da es hier kaum Schutz gibt, außer in einem kleinen Häuschen mitsamt Touristeninfo, weht der Wind ziemlich heftig über die Fläche und man sollte eine windfeste Jacke sowie feste Schuhe tragen, da die Wege unbefestigt und teilweise sehr schmal sind. Auf dem Weg zu den Salzseen liegt das kleine Inkadorf Toconao, in dem man noch das ursprüngliche Kunsthandwerk, wie Töpfern und Weben, sehen kann.

Ein weiteres Highlight der Atacama Wüste sind die Geysire „El Tatio“ auf 4500 m Höhe. Die Luft dort ist sehr dünn und es besteht die Gefahr der Höhenkrankheit, die sich in Übelkeit, Müdigkeit und Kopfschmerzen äußern kann. Man sollte dem Guide direkt Bescheid geben, sobald man die ersten Anzeichen verspürt. Wichtig ist es deshalb auch hier, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen und am Abend vor dem Aufstieg (der Auffahrt) auf Alkohol und Fleisch zu verzichten, da der Magen sonst das Blut nutzt, das eigentlich das Gehirn benötigt.

Wenn man den Sonnenaufgang erleben will, bei dem die Geysire besonders sprudeln, muss man sich früh auf den Weg machen. Ganz besonders ist auf festes Schuhwerk zu achten. Es wird außerdem geraten, eine dicke Jacke, Handschuhe und Mütze mitzunehmen, da dort – aufgrund der Höhe – leicht Minustemperaturen im zweistelligen Bereich erreicht werden können. Darunter sollte nach Zwiebelmanier leichte Kleidung getragen werden.

Am Wegesrand kann man immer wieder einige Herden von Lamas und Alpakas sehen, die sogar sehr zahm sind. In dem kleinen Dorf Machuca, im Hochland, haben früher die Lama-Karawanen Halt gemacht.

Valle de la Luna mit Dünen und Schluchten

Von hier aus erreicht man das Ausflugsziel „Valle de la Luna“ (Tal des Mondes), zu dem man am besten spät nachmittags aufbricht, um rechtzeitig zum Sonnenuntergang und Mondaufgang dort zu sein. Im Valle de la Luna gibt es Dünen, Schluchten und bizarre Felsformationen. Wichtig sind auch hier Wasser und Kopfbedeckung, da es kaum schattige Plätze gibt. Und für den Abend, wenn die Sonne untergegangen ist, ist eine Jacke nicht verkehrt, weil es dann gleich kühl wird.

Zwei Flugstunden südlich von Santiago de Chile liegt der Hauptflughafen Puerto Montt, der das Seengebiet erschließt. Die Landschaft dort ist komplett gegensätzlich. Es gibt viele Seen, Bauernhöfe, Kühe, Regenwald und mehrere hohe und schneebedeckte Vulkane. Die Landschaft erinnert eher an Süddeutschland, die Schweiz oder Österreich. Dort ist auch die größte deutsche Gemeinde mit einem deutschen Verein, der viele Traditionen pflegt. Viele Chilenen können auch noch deutsch sprechen, so dass eine Verständigung problemlos möglich war.

Als idyllisch gelegene Unterkunft bietet sich die Petrohue Lodge an, direkt am Lago Todos los Santos. Die Küste ist wild zerklüftet und oft nur mit dem Boot zu erreichen. Direkt an der Lodge gibt es eine Anlegestelle für ein Ausflugsboot sowie für die Fähre nach Bariloche in Argentinien. Die Lodge selber könnte auch in einem nordamerikanischen Nationalpark stehen. Sie ist sehr gemütlich mit viel Holz ausgestattet, und von jedem Zimmer/Balkon aus hatten wir einen herrlichen Blick über den See. Die Lodge organisiert viele Outdoor-Aktivitäten, wie z. B. Wandern, Canyoning, Rafting, Kayaking, Fliegenfischen und vieles mehr.

Der nächste „größere“ Ferienort ist Puerto Varas mit Casino, Hafen, einem kleinen Park und Ladenzeilen. Auch Puerto Varas bietet viele Möglichkeiten zu Aktivitäten. Zum Beispiel gibt es in der Nähe einen ökologischen Bauernhof. Der Besitzer ist zwar Chilene, spricht aber hervorragend Deutsch. Er hat einen kleinen Tierpark mit einem Puma, mehreren Kühen und Hasen sowie Aras und eine Art chilenisches Rentier in Miniformat.

Er macht regelmäßig Führungen für Schulkinder und auch Erwachsene durch den Regenwald, um den Stadtmenschen die Natur nahe zu bringen. Der Weg ist allerdings nicht ganz ohne und ist nicht einmal ein richtiger Weg. Oft muss man über Baumstämme klettern oder balancieren und nicht selten ist der Weg voll Matsch, da der Boden durch die Sonne kaum getrocknet werden kann. Der Grund hierfür ist, dass der Regenwald so dicht ist, dass keine Sonne bis zum Boden durchkommt. Gummistiefel, Jeans und Regenjacke sind hier die beste Kleidung.

Hotelempfehlungen:

  • Galerias“  Santiago de Chile
  • Alto Atacama  und Tierra Atacama
  • San Pedro de Atacama
  • Petrohue Lodge Petrohue
  • Cabana del Lago  Puerto Varas
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